Architektur

Der Entwurf

Ein Designwettbewerb ging der Konstruktion von De Krook voraus. Nicht weniger als 99 Architekturbüros traten in den Wettbewerb, um dieses prestigeträchtige Projekt zu ergattern. Der Siegerentwurf stammt vom Genter Büro COUSSEE & GORIS mit Spanisch-katalanischer Agentur RCR Arquitectes, Gewinner des Pritzker-Preises 2017. Sehr erkennbar in ihrem Entwurf ist der Knick: dieser Knick (oder auch „Krook“) folgt dem Bett des Flusses und erhält das Gebäude trotz seiner gigantischen Fläche nach menschlichem Maß.

Aus dem Bewertungsbericht der Jury 2010:

„Dieses Konzept kann die richtige Atmosphäre einer ‚Genter‘ Bibliothek aufrufen: leise, ruhig, ausführlich, respektvoll und dennoch mit maximalem Einladungsfaktor, um als Treffpunkt zu funktionieren. Das richtige Gleichgewicht zwischen Betriebsamkeit und Ruhe, zwischen Lärm und Stille, zwischen Entspannung und Konzentration, zwischen Dynamik und Ernsthaftigkeit … wird in diesem lyrischen Konzept erreicht. Dieses atypische Konzept beinhaltet unbedingt einen innovativen architektonischen Ansatz zur Verkörperung der Bibliothek als sozialem Konzept; es umfasst eindeutig eine große kulturelle Nachhaltigkeit, und wird sich in Bezug auf seine intelligente, kommunikative und erforschende Dimension positionieren.”

Das Viertel

 

De Krook steht nicht allein. Der Außenbereich mit Plätzen, Brücken, Terrassen und einem abgesenkten Kai ist untrennbar damit verbunden. Dies schafft ein völlig neues Viertel an einem Ort, der zuvor vergessen worden war. Der Außenbereich verbindet das historische Stadtviertel aus dem 19. Jahrhundert mit dem Studentenviertel auf der einen Seite und dem Verwaltungszentrum auf der anderen Seite und führt weiter in Richtung des Kunstviertels mit den wichtigsten Museen der Stadt. De Krook stellt folglich eine Verbindung zwischen verschiedenen Stadtfunktionen her und die Bibliothek verändert somit endgültig und dauerhaft das Gesicht ihrer Stadt.

Die Abnahme der Außenflächen ist für Ende 2018 geplant.

© photo: Michiel Devijver

Der Winterzirkus

 

Im Entwurf ist eine direkte Verbindung zum künftigen zentralen überdachten Platz des Winterzirkus vorgesehen. Der Winterzirkus ist ein Genter Erbe mit einer bewegten Geschichte: er wurde in 1894 gegründet, ging aber 1920 in Flammen auf. Nach dem Wiederaufbau im Jahr 1923 genossen die 3.400 Zuschauer nicht nur den Zirkus, sondern auch Revuen, Varietéprogramme und Filmvorführungen. Im Jahr 1947 wurde es zu einer Garage. Die Oldtimer von Garagenbesitzer Mahy sind heute im Mahy Museum zu bewundern. Im Jahr 1978 schloss die Garage die Türen und das Gebäude wurde zum “vergangenen Ruhm”.

Der Winterzirkus wird derzeit renoviert (Fertigstellung für 2020 geplant) und wird neben dem überdachten Platz einen Konzertsaal, eine Ausstellungsfläche und Verpflegungsmöglichkeiten umfassen.

‘De Passanten’ – Michaël Borremans

Schauen, genießen, herumlaufen, berühren…. Die 3 Meter hohe Bronzestatue auf dem Platz vor De Krook besteht aus 4 Figuren, die sich aneinander lehnen. Ein Symbol für die Verbindung von Wissen und Kultur, die die Besucher der Bibliothek De Krook erleben.

“In meinem ersten Entwurf habe ich die Köpfe der vier Figuren mit einem dicken Stück Kaugummi aneinander geklebt. Sie legen buchstäblich die Köpfe zusammen. Ich dachte, das wäre ein schönes Bild, das nahelegt, dass sie Wissen weitergeben. Das Kissen zwischen ihren Köpfen ist die graue Masse. “
“Alle Figuren sind sehr allgemein gehalten, wie in allen meinen anderen Arbeiten. Man sieht keine konkrete Person, sondern was eine Person sein könnte.”
– Michaël Borremans

© photo: Titus Simoens

© photo: Michiel Devijver

© photo: Tijl Stroobants

© photo: Tijl Stroobants

© photo: Tijl Stroobants

© photo: Johan Rosseel

© photo: Michiel Devijver

© photo: Dominique De Visscher

© photo: Dominique De Visscher

© photo: Dominique De Visscher

© photo: Dominique De Visscher

© photo: Michiel Devijver

© photo: Michiel Devijver

© photo: Michiel Devijver

© photo: Michiel Devijver

© photo: Dominique De Visscher

© photo: Dominique De Visscher

© photo: Dominique De Visscher

© photo: Dominique De Visscher